Eine Kinderhand spielt in einem kleinen Sandkasten mit Spielzeugfiguren.

Mehr Resilienz für Kinder in der Krise

Verein unterstützt Grundschulkinder und ihre Familien bei der Krisenbewältigung

Der Verein Akademie für Resilienz und Traumaberatung (A.R.T.), Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, entwickelt passgenaue Angebote zum Thema Resilienz und Trauma für verschiedene Zielgruppen. Ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat der Kölner Verein vor einem Jahr die „SanZ – SandspielZeit“ ins Leben gerufen. Durch schnelle und niedrigschwellige Hilfe werden mit diesem Angebot Grundschulkinder aus Familien unterstützt, die besonders hart von den Kontaktbeschränkungen und den Schulschließungen in der Corona-Krise betroffen sind.

Hilfe bei der Bewältigung von Krisen

Während der Kontaktbeschränkungen sind manche Familien mit ihren Problemen alleine und der Alltag vieler Kinder ist durch die Pandemie geprägt. Ängste, die möglicherweise bei den Erwachsenen entstehen, können Kinder stark verunsichern. Durch Flucht traumatisierte Familien oder Eltern, die unter sozial schwierigen Bedingungen leben, haben oft nicht die Resilienz, eine Krise alleine zu bewältigen. Die Leidtragenden sind dann ihre Kinder. Damit Kinder auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen Hilfe bei der Bewältigung von Krisen erfahren können, wurde das Angebot „SandspielZeit“ neu als Einzelfallhilfe mit einer Eins-zu-Eins-Betreuung in Schulen entwickelt. Dadurch können die Kinder in der aktuellen Zeit wieder zu mehr Stabilität, Sicherheit und Ruhe finden.

Eins-zu-Eins-Begleitung in Schulen

Mit Ende des Distanzunterrichtes, hat aktuell jedes teilnehmende Kind unter der Begleitung einer fachlich ausgebildeten Beraterin vom Verein einmal wöchentlich in der Schule eine halbe Stunde Zeit, in einem kleinen Sandkasten zu spielen und Übungen zur Selbstregulation kindgerecht zu erlernen. Das Angebot findet in Kooperation mit Kölner Grundschulen und Offenen Ganztagsschulen und deren Schulsozialarbeiter*innen statt. Zu dem Angebot des Vereins gehört auch, dass die Eltern der teilnehmenden Kinder beraten und dabei unterstützt werden, die Reaktionen ihrer Kinder in Krisensituationen besser zu verstehen. Außerdem lernen sie Übungen kennen, mit denen sie ihre Kinder zuhause selbst wieder beruhigen können.

Weitere Angebote der A.R.T.

Der Verein bietet neben SanZ noch weitere Angebote an. Die Grundidee bei allen Angeboten ist es, die Selbstheilungskräfte und Ressourcen der betroffenen Kinder so zu stärken, dass diese ihre belastenden Erfahrungen aus eigener Kraft verarbeiten und resilienter werden. So kann möglichen posttraumatischen Belastungsstörungen vorgebeugt werden. Mit „KiTrab - Kindergruppen zur Traumabewältigung“ hat A.R.T. ein innovatives Angebot zur „Ersten Hilfe für verletzte Kinderseelen“ entwickelt. Auslöser waren die Bilder vom syrischen Bürgerkrieg und die schwierigen Bedingungen, unter denen Tausende von Flüchtlingskindern nach Deutschland kamen. Diesen Kindern soll professionell geholfen werden, ihre schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten und damit posttraumatischen Belastungsstörungen vorzubeugen. Dieses Konzept wurde mit „KiProb - Kindergruppen zur Problembewältigung“ auf Grundschulkinder ausgeweitet, die Belastendes im Elternhaus oder anderswo erlebt haben. Flüchtlingskinder, Kinder mit Migrationshintergrund und deutsche Kinder mit und ohne Migrationshintergrund können so gleichermaßen Hilfe und Unterstützung durch diese Arbeit erhalten.

 

 

Bild: ©A.R.T.